Shotter'S Nation
von Babyshambles


 
Rezensionen:
Mit seinen Boulevard-Eskapaden hat Pete Doherty viel Kredit verspielt. Dank des neuen AlbumsShotter?s Nationgewinnen seine Babybshambles einiges davon zurück.

Seine Ex Kate Moss verglich ihn mit einer Nacktschnecke, Everybody?s Darling Amy Winehouse überließ er mit einer Überdosis ihrem Schicksal und die Meldungen über Abstürze und Verhaftungen kommen so regelmäßig, dass niemand mehr groß Notiz davon nimmt. Keine Frage, Pete Doherty, das zu seinen Libertines-Tagen von der Kritik verhätschelte Wunderkind, hat keinen leichten Stand mehr in der Öffentlichkeit. Einige werden sich zweifellos mit einem Verriss vonShotter?s Nationzu profilieren versuchen, ohne dem Album die nötige Aufmerksamkeit geschenkt zu haben. Doch mal ehrlich: Unsympathen gibt es im Musik-Biz wie Reis in China, und die Tatsache, dass Doherty ein hoffnungsloser Junkie zu sein scheint, ist auch kein Grund für Ächtung. Einige der besten Alben der Musikgeschichte wurden schließlich von Schwerstabhängigen erschaffen. Welchen EindruckShotter?s Nationin dieser Historie hinterlassen wird, bleibt noch abzuwarten, doch fest steht, dass den Babyshambles hier ein mehr als solides Werk gelungen ist, dass die nicht allzu hohen Erwartungen nach der ziemlich dürftigen EPThe Blindingbei Weitem übertrifft. Wo das DebütDown In Albionsich noch typisch verhuscht und fahrig präsentierte, landen Doherty & Co. hier meist souverän auf dem Punkt. Zwar sind die Arrangements auch jetzt noch gerne brüchig, aber das gehört nun einmal zu seinem Stil, und seine Erzählungen sind diesmal erstaunlich kohärent. Das Riff von "Delivery" klingt nach The Kinks und das Intro von "There She Goes" erinnert an "Love Cats" von The Cure, doch was soll?s. Das ändert alles nicht das Geringste daran, dass dies zwei von zwölf inspirierten, eindringlichen, ja schlichtweg faszinierenden Songs sind, die rundherum die Prägung des traurigen Poeten Doherty tragen. Und so haben die Babyshambles nicht nur ihr gutes Debütalbum in den Schatten gestellt. Für Pete Doherty ist dies auch die beste Platte, die ohne die seligen Libertines überhaupt möglich war. Respekt! -- Dirk Siepe

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